NetLunch:Prof. Dr. Serge Ragotzky, Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) Geoökonomie: Europa als Schlachtfeld des amerikanisch-chinesischen Kampfs um die globale Vorherrschaft
Termin: 16.04.2026 12:30 bis 14:30 Uhr
Ort: Villa Bonn, Siesmayerstrasse 12, 60323 Frankfurt am Main
Thema: Geoökonomie beschreibt den Einsatz wirtschaftlicher Macht, um staatliche Interessen durchzusetzen. Sie umfasst Themen wie Handelsabkommen, Sanktionen, Energiepolitik und multinationale Infrastrukturprojekte. Staaten nutzen geoökonomische Strategien, um ihre Position in der globalen Wirtschaft zu stärken, etwa durch Kontrolle über Lieferketten oder Technologiestandards. Sie versuchen, in einem System wechselseitiger Abhängigkeiten die eigene Position zu optimieren, also für sich selbst ein Höchstmaß an Autarkie zu erreichen und gleichzeitig den eigenen wirtschaftlichen Einfluss auf andere Staaten zu erhöhen. Geoökonomische Strategien der Staaten haben aber auch Auswirkungen auf Unternehmen, weil sie sowohl Inputfaktoren (z. B. Energie, Rohstoffe) als auch Absatzmärkte (z. B. Sanktionen, Zölle, Transportkosten) betreffen. Geopolitische Risiken zählen aktuell zu den wichtigsten Erwägungen für unternehmerische Entscheider, etwa wenn neue Unternehmen im Ausland gekauft werden sollen. Auch für institutionelle und private Investoren sind geoökonomische Analysen wertvoll, da sie bedeutende Hinweise auf erforderliche Änderungen bei der Asset Allocation geben können.
Speaker: Dr. Serge Ragotzky ist Professor an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) sowie Partner bei der globalen M&A-Beratung Saxenhammer Clairfield (Clairfield International). Professor Ragotzky ist erfolgreicher Buchautor zu verschiedenen Finanzthemen, zuletzt erschien im Februar 2026 der Titel „Geoökonomie: Finanzmärkte und Ressourcen als Hebel staatlicher Macht“. Er verfügt zudem über mehr als 25 Jahre Erfahrung bei der Begleitung internationalen M&A-Transaktionen bei führenden Investmentbanken und M&A-Beratungshäusern.



